Denkmal des Monats - August 2018

Südwestfalen
Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt (Hallenberg)

Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt, die heute von den Hallenbergern Unterkirche genannt wird, stammt aus dem 11. Jahrhundert und war einst die Pfarrkirche des verschwundenen Hofgutes und untergegangenen Ortes Merklinghausen. Sie ist also die Wiege der Stadt Hallenberg. Sie war die erste Pfarrkirche dieses Gebietes überhaupt. Zusammen mit Merklinghausen gehörte sie dem Benediktinerkloster Deutz.

In ihr befindet sich das Gnadenbild „Unserer Lieben Frau von Merklinghausen“, welches Jahr für Jahr im August am Hochfest Mariä Himmelfahrt zahlreiche Pilger zur Wallfahrt nach Hallenberg führt. Die Kirche liegt im Süden der heutigen Stadt Hallenberg.

Der älteste Teil der Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der Innenraum ist ein kleiner gewölbter Saal mit einem rechteckigen Chor. Im Inneren befinden sich spätromanische Wandmalereien, die wohl aus dem 13. Jahrhundert stammen und in den 1980er Jahren freigelegt wurden. Im Westjoch gibt es Schmuckelemente wie Lebensbäume, Achtecksterne und Rosetten. Im Ostjoch ist Christus als Weltenrichter umgeben von Evangelistensymbolen abgebildet. Im Jahre 2017 wurde die Kirche einer grundhaften Innenrenovierung unterzogen.

Die Kirche gilt als ein frühes, erstmals 1161 erwähntes Zeugnis der benediktinischen Marienverehrung. Seit dem 13. Jahrhundert war sie ein zeitweise bedeutender Wallfahrtsort. Grundlage war das Gnadenbild „Unsere liebe Frau von Merklinghausen“ aus dem 13. Jahrhundert. Noch heute wird das Bildnis am ersten Sonntag nach Mariä Himmelfahrt in einer Prozession zur Pfarrkirche St. Heribert getragen, dort ausgestellt und am Abend in einem Lichterzug zur Kapelle zurückgebracht.

Neben der Madonna enthält die Kapelle ein Gabelkreuz aus dem 14. Jahrhundert und einen auf das Jahr 1562 datierten Flügelaltar. Dieser war früher Teil des Hochaltars der Pfarrkirche.